08 Juni 2012

Abenteuer "Alltag"

Hallo Ihr Lieben,

nach dem Feiertag und dem Umsorgen der Familie geht es mir ein wenig besser. Nun kommt langsam der Frust und die Wut.

Darüber, wie extrem eingeschränkt mein Alltag im Moment ist. Ohne Handtasche, keine EC-Karten und keine Möglichkeit an Bargeld zu kommen, bin ich im Moment mit Allem auf meinen Mann angewiesen. Ich könnte noch nicht einmal etwas zu Essen einkaufen, um für die Familie zu Kochen, wenn mein Mann nicht gerade zu Hause wäre und das übernehmen würde.

Ich fühle mich hilflos und abhängig. Ein Gefühl, das ich hasse und wirklich nicht brauche.

Zusätzlich kommt gerade die Ernüchterung, was mich die Folgen noch kosten werden: die Neuanschaffung der wichtigsten Dinge wie Ausweise. Auto- und Hausschlüssel, Bankkarten usw habe ich bereits in die Wege geleitet und schon dies hat ettliche Unkosten i.H.v. mehreren Hundert Euro verursacht.

Jetzt beginnt der mühsame Weg, liebgewonnene Sachen zu ersetzen: am dringendsten war heute erst einmal das Beschaffen einer neuen Kamera, damit ich neue Artikel in den Shop einstellen kann, um weiter arbeiten zu können. "Meine" Kamera gibt es natürlich so schon längst nicht mehr, das Nachfolgemodell ist für mich nun nur eine Notlösung - eine teure noch dazu :(

Und der Frust darüber, dass es meine Handtasche nicht mehr gibt, obwohl ich sie erst kurz hatte. Dass meine geliebte Ketten-Uhr in der Handtasche war und es auch diese nicht mehr gibt. Meine geliebte Sonnenbrille - in den USA gekauft - lässt sich auch nur schwer ersetzen. Oder der neue Geldbeutel und das Kartenetui - mir gerade vor 4 Wochen von Mann und Bruder zum Geburtstag geschenkt worden.

Vom Handy mal ganz zu schweigen. Ich bin sehr eigen, was "meine" Geräte und Accessoires angeht und es stellt sich gerade als sehr mühsam und vor Allem eben als frustrierend heraus, wieder neue und notwendige Sachen anzuschaffen, die ich ja bereits besaß und die zu mir gepasst haben. Die Entscheidung, solche Sachen zu kaufen, dauert bei mir immer, denn die Accessoires und auch Alltagsgeräte müssen zu mir passen.

Jetzt bin ich gezwungen, auf die Schnelle nur Notlösungen zu akzeptieren und dies meist auch noch zu überteuerten Preisen. Meine Laune ist im Keller!

Und der Knaller ist dann noch die Versicherung, die sich um den Schaden nicht schert. Da das Auto nicht aufgebrochen wurde, sondern es sich lediglich um einen Raub handelt, wird nicht gezahlt. Und da der Raub "ohne Körperschaden" ablief, sieht sich die Versicherung auch nicht in der Pflicht. 

Das Einzige, was mich aufgemuntert hatte, war meine Gesundheit und der Dank, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Wenn man dann aber von einem Versicherungsvertreter an einer Hotline wörtlich gesagt bekommt, dass "die Versicherung sehr gerne gezahlt hätte, wenn ich ein Messer zwischen den Rippen gehabt hätte, man sonst aber leider nichts tun könne"... dann beginnt man an seinem eigenen Verstand zu zweifeln - vom fehlenden Taktgefühl solcher Hirnis mal ganz abgesehen :( Wer lässt solche Flachköpfe an solche Hotlines - ein wenig mehr Einfühlungsvermögen wäre da doch sicherlich angebracht. Schließlich ruft niemand aus Spaß und Vergnügen dort an......

Jetzt ging es mir gerade ein wenig besser, aber ich geh jetzt trotzdem mal wieder zum Einmummeln und eine-Runde-Mitleid-mit-mir-selbst-haben auf die Couch und vergrabe mich ein wenig ... nach etwas Anderem steht mir gerade nicht der Sinn :(

Seid trotzdem lieb gegrüßt und paßt auf euch auf! Eure Jennifer
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