10 Dezember 2009

Das tapfere Schneiderlein

Ihr sagt, ach nee, jetzt keine Märchenstunde - das Märchen kennt ihr schon?

Seid ihr wirklich sicher?

Hier kommt für heute meine Version der Geschichte....

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Es war einmal ein tapferes Schneiderlein, dass spät abends noch an seiner Arbeit saß. Völlig übermüdet, grippegeschwächt, vielleicht auch ein wenig unkonzentriert, aber dennoch gewillt, weiterzunähen, damit an Weihnachten noch jede Menge Kinderaugen strahlen können.

So stickte das kleine tapfere Schneiderlein vor sich hin und beim Fädchenabschneiden kam es dann, wie es kommen musste: die teure Stickschere wollte runterfallen. Trotz heftiger Müdigkeit war das Schneiderlein perplex, dass die Reflexe noch so gut funktionieren: damit die Schere nicht auf dem harten Boden auftrifft und in den Schneiderhimmel musste, schnell aufgefangen!

Doch - wo war die Schere? Sie ist nicht auf den Boden gefallen, es hatte nicht geklappert. Also wurde aufgestanden und nach dem guten Stück gesucht. Überall, auf dem Tisch, auf dem Boden, auf dem Stuhle - keine Schere war zu finden. Bis ein Schmerz das Bein durchzuckte.

Und da war sie - steckte ca 1 cm tief im inneren (natürlich rechten) Oberschenkel und meldete sich zaghaft, dass sie da wohl nicht hingehöre. Das arme tapfere Schneiderlein hat sich sofort verarztet, wirklich noch ganz tapfer das Stickmuster beendet, sich über die letzte passende Jeans geärgert, die jetzt ein kratergroßes Loch im Oberschenkel hat und sich dann zu Bette geschleppt.

Am nächsten Morgen beklagt sich das Schneiderlein jetzt ganz dolle: die ganze Nacht hat das Bein getobt, da die Schere vielleicht einen Nerv erwischt hat. Und das arme, arme Schneiderlein kann kaum laufen, bezweifelt, dass es später Autofahren kann und hofft, dass das Bein sich wieder beruhigt und das Schneiderlein, dass am Beine dranhängt, nicht zum Arzt damit muss.

Und wenn sie nicht verblutet ist, dann stickt sie heute immer noch..........

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Und die Moral von der Geschicht? Das kommt einfach davon, wenn man völlig übermüdet und krank spät abends noch an den Aufträgen sitzt......... Und was lerne ich daraus? Wohl nix, denn ich werde weiternähen (müssen), damit ich mit meiner Liste fertig werde.......... und die versprochenen Aufträge noch ausgeliefert werden können.

Ich bin dann mal wieder an den Maschinen, solange ich kann und es geht.

Seid ganz lieb gegrüßt von einem wirklich arg gebeutelten armen kleinen, aber tapferen Schneiderlein, Eure Jennifer
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